Baugemeinschaften, Kostenvorteil

Der Kostenvorteil ist für viele Bauinteressierte ein Hauptmotiv für die Teilnahme an Baugemeinschaftsprojekten.

Kostengrundlage für alle Projekte ist eine Baubeschreibung, die einen mittleren Baustandard festlegt. Die Kosten setzen sich zusammen aus: Den Grundstückskosten, den Grunderwerbsnebenkosten, den Baukosten der Kostengruppen 2, 3 und 4, den Kosten für die Außenanlagen und den Baunebenkosten. Ebenfalls einzukalkulieren sind die Kosten für die Tiefgaragenstellplätze und für Sonderwünsche.

Die künftigen Eigentümer/-innen müssen weder Vermarktungskosten und Zinsen der Vermarktungsphase bezahlen, noch die Gewinnspanne eines Bauträgers. So entstehen Gebäude, die bei höherer Qualität weit unter den Marktpreisen liegen (bis zu ca. 25% Ersparnis).

Auf den Grundstückspreis werden 3,5% bis 5% Grunderwerbssteuer und ca. 1,5% Notariatskosten erhoben. Während Käufer von Eigentumswohnungen beim Bauträger diese Kosten vom Gesamtpreis der zum Verkauf stehenden Immobilie aufbringen müssen, tragen Baugemeinschaften diese Kosten nur anteilig auf den Grundstückspreis, da sie nur das Grundstück käuflich erwerben und die Immobilie erst noch erstellen müssen.

Beim Bauträgermodell fallen Grunderwerbssteuer und Notariatskosten beim Erwerb eines Grundstückes zweimal an. Einmal beim Kauf des Grundstücks durch den Bauträger und ein Zweites Mal beim Verkauf der Wohnung an die endgültigen Besitzer.

Die Sonderwünsche bei Baugemeinschaftsprojekten liegen erfahrungsgemäß 3- bis 4-mal so hoch wie beim Bauträgermodell. Diese Kosten sind in den vergleichsweise 10 bis 15% niedrigeren Gesamtkosten enthalten und belegen die höhere Architekturqualität beim Baugemeinschaftsmodell.

Sogenannte Sonderwünsche, die über den festgelegten Baustandard hinausgehen, beeinflussen die Kosten sowohl in Baugemeinschafts- als auch in Bauträgerprojekten und können bis zu 10% der Gesamtkosten betragen.

In einer Baugemeinschaft gestaltet jedes Mitglied gemeinsam mit deren Planungsbeauftragen seine/ihre Wohnung selbst. Erst nach Rücklauf der Firmenangebote lassen sich die von den Architekt/-innen geschätzten Kosten für das Bauvorhaben und die Kosten für die Sonderwünsche überprüfen. Ersparte Baukosten werden gerne in eine höherwertige Qualität der Ausstattung reinvestiert.

Fazit: Dass Baugemeinschaften günstiger bauen lässt sich nicht einfach am Endpreis festlegen, da dieser abhängt von den Wünschen der Bauherren. Nicht selten kommt der selbe Preis zustande wie bei vergleichbaren Projekten der Bauträger, jedoch bei höherer Qualität der verbauten Materialien.

Baugruppe bedeutet nicht automatisch günstiges Bauen, es bedeutet selbstbestimmtes Bauen.

Auszüge aus Bundesverband Baugemeinschaften e.V.

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